Orangenreiniger selber machen

Orangenreiniger selbermachen

Findest du es auch jedes Mal fast zu schade, wenn du frischen Orangensaft machst und die Schalen einfach ungenützt im Müll landen?

Ich habe mich da ehrlich gesagt oft innerlich geweigert. Jedes Mal dachte ich mir: Das kann’s doch jetzt nicht sein. Da hast du so herrlich duftende Orangenschalen vor dir liegen und dann wandern sie einfach in den Müll. Irgendwie hat mich das jedes Mal gestört.

Aber ich habe es trotzdem oft gelassen.

Nicht, weil ich keine Lust auf so etwas hatte. Im Gegenteil. Ich mag solche einfachen Dinge, bei denen man aus etwas, das sonst weggeworfen wird, noch etwas richtig Gutes machen kann. Aber mir haben oft schlicht die Zeit und auch die Muse gefehlt, groß herumzuexperimentieren.

Und ganz ehrlich, was ich dazu oft gefunden habe, hat mich eher genervt als motiviert. Entweder war es unnötig kompliziert oder man brauchte wieder fünf andere Zutaten, die ich natürlich gerade nicht daheim hatte. Dann stand ich da, dachte mir schon wieder, ja toll, klingt nett, aber dafür müsste ich erst wieder dies und das besorgen, und am Ende habe ich die Schalen doch wieder entsorgt.

Also habe ich es wieder mal gelassen.

Aber jetzt habe ich endlich eine Variante gefunden, die wirklich einfach ist, alltagstauglich und nicht wieder ausartet. Kein großes Theater, kein ewiges Gesuche nach irgendwelchen Zutaten, die kein Mensch im Haus hat. Du brauchst im Grunde nur Orangenschalen, Essig, ein Glas und ein bisschen Geduld.

Selbst gemachter Orangenreiniger mit Orangenschalen in einer Glasflasche

Und genau das liebe ich daran.

Denn manchmal sind es genau diese einfachen Sachen, die im Alltag am meisten Freude machen. Nicht, weil sie spektakulär sind. Sondern weil sie praktisch sind, gut riechen und wirklich etwas taugen. Genau so ist es bei einem selbst gemachten Orangenreiniger.

Er ist schnell angesetzt, riecht wunderbar frisch, hilft dir im Haushalt und sorgt ganz nebenbei dafür, dass die Orangenschalen nicht einfach so ungenützt im Müll landen. Und wenn du einmal damit anfängst, dann kennst du das vielleicht auch: Man schaut plötzlich ganz anders auf solche Reste und denkt nicht mehr nur an Abfall, sondern an das, was man daraus noch machen kann.

Früher war das in vielen Haushalten ganz normal. Da wurde nicht alles sofort weggeworfen. Da wurde gesammelt, weiterverwendet, ausprobiert und aus wenig etwas Gutes gemacht. Nicht, weil es modern war, sondern weil man praktisch gedacht hat. Und ich finde, genau das darf heute ruhig wieder mehr Platz bekommen.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Orangenreiniger selber machen kannst, was du dafür brauchst, wie lange er ziehen sollte, wofür du ihn verwenden kannst und worauf du achten solltest.

Warum Orangenreiniger selber machen überhaupt sinnvoll ist

Die einfache Antwort ist: Weil es praktisch ist.

Wenn du dir mal anschaust, wie viele Reinigungsmittel sich mit der Zeit im Haushalt ansammeln, dann ist das schon verrückt. Für die Küche dies, für das Bad das, für Fett noch etwas anderes, dann wieder ein Mittel für Glas, eines für Kalk und noch eins für die Arbeitsfläche. Am Ende stehen zig Flaschen herum und oft riecht alles streng, künstlich oder einfach nach zu viel.

Ein selbst gemachter Orangenreiniger ist da eine angenehm einfache Lösung. Er verbindet zwei Dinge, die viele ohnehin im Haus haben oder leicht zusammenbekommen: Orangenschalen und Essig.

Die Schalen geben Duft und ihre natürlichen Öle ab. Der Essig wird im Haushalt schon lange als Helfer für viele alltägliche Reinigungsaufgaben verwendet. Zusammen ergibt das einen Reiniger, der angenehm frisch riecht, leicht herzustellen ist und gerade für viele normale Oberflächen im Alltag richtig praktisch sein kann.

Und genau das ist für mich der Punkt. Kein unnötiges besorgen von besonderen Zutaten.

Es ist ein Rezept, bei dem man nicht erst einkaufen muss, sondern meistens alles verarbeiten kann, was von dem Saft machen übrig bleibt.

Aus was besteht der Reiniger?

Der Orangenreiniger ist im Grunde ein angesetzter Haushaltsreiniger aus Orangenschalen und Essig.

Die Schalen werden in Essig eingelegt und dürfen dort über eine gewisse Zeit ziehen. In dieser Zeit geben sie Duftstoffe und pflanzliche Bestandteile an die Flüssigkeit ab. Danach wird alles abgesiebt und der fertige Reiniger kann pur oder verdünnt verwendet werden.

Das Ergebnis riecht deutlich angenehmer als normaler Essig allein und ist für viele typische Putzarbeiten im Haushalt eine schöne, einfache Lösung.

Er ist kein Wundermittel für alles. Das muss man klar sagen. Aber für viele Alltagsflächen ist er richtig gut geeignet und genau deshalb mögen ihn so viele.

Wofür kannst du Orangenreiniger verwenden?

Hier wird es spannend, weil man ja nicht einfach irgendein schönes DIY machen will, das dann im Schrank steht und nie genutzt wird. Es soll ja wirklich etwas bringen.

Ein selbst gemachter Orangenreiniger eignet sich gut für viele glatte und abwischbare Flächen im Haushalt.

Zum Beispiel für:

Küchenoberflächen

Dort, wo mal etwas klebt, Spritzer gelandet sind oder sich ein leichter Fettfilm bildet, ist der Reiniger sehr praktisch.

Fliesen

Vor allem in der Küche oder an anderen abwischbaren Bereichen kannst du ihn gut nutzen.

Spüle und Armaturen

Für leichte Verschmutzungen und frischen Glanz ist er gut geeignet. Danach einfach mit klarem Wasser nachwischen.

Mülleimer

Gerade dort finde ich ihn fast genial. Er hilft gegen Gerüche und hinterlässt diesen frischen Orangenduft.

Fensterbänke und glatte Oberflächen

Fingerabdrücke, Staub, kleine Alltagsflecken, dafür passt er super.

Klebrige Rückstände

Gerade wenn irgendwo etwas schmiert oder sich Rückstände gebildet haben, kann er hilfreich sein.

Selbst gemachter Orangenreiniger mit Orangenschalen in einer Glasflasche

Wo solltest du lieber vorsichtig sein?

Das ist wichtig, weil nicht jede Oberfläche Essig gut verträgt.

Bei empfindlichen Natursteinen wie Marmor oder Granit solltest du vorsichtig sein. Auch unbehandeltes Holz, gewachste Flächen oder sehr empfindliche Materialien mögen Essig oft nicht besonders.

Deshalb gilt: Immer erst an einer unauffälligen Stelle testen.

Und auch hier passt wieder etwas, das wir ja schon öfter besprochen haben: Nur weil etwas natürlich ist, heißt das nicht automatisch, dass es überall passt. Die Dosis macht das Gift. Das gilt bei Pflanzen, Hausmitteln und auch bei Reinigern. Also lieber einmal mehr gescheit hinschauen.

Welche Zutaten brauchst du?

Das Schöne ist, du brauchst wirklich nicht viel.

Zutaten für Orangenreiniger

  • Schalen von 3 bis 5 Orangen, am besten unbehandelt
  • heller Haushaltsessig
  • ein großes Schraubglas oder Bügelglas
  • ein Sieb
  • eine Flasche oder Sprühflasche
  • optional etwas Wasser zum Verdünnen

Mehr brauchst du im Grunde nicht.

Und genau das ist der Punkt, der mich daran am meisten überzeugt hat. Kein Rezept, bei dem du erst noch irgendetwas bestellen oder besorgen musst. Einfach machbar.

Welche Orangen sind am besten geeignet?

Am besten sind unbehandelte Orangen, weil du ja direkt die Schalen verwendest.

Wenn du normale Orangen nimmst, dann solltest du sie vorher gründlich mit warmem Wasser abwaschen. Du kannst die Schale auch mit einer Bürste sauber reiben, damit möglichst wenig Rückstände darauf bleiben.

Wichtig ist außerdem, dass die Schalen frisch sind und nichts Schimmliges oder Verdorbenes verwendet wird. Klingt selbstverständlich, wird aber im Alltag schnell übersehen.

Reiniger selber machen: so geht’s Schritt für Schritt

Und jetzt kommt der einfache Teil.

1. Orangenschalen sammeln

Schäle deine Orangen und gib die Schalen in ein sauberes Glas. Du kannst sie ruhig ein bisschen kleiner zupfen oder schneiden, damit mehr hineinpasst.

2. Mit Essig auffüllen

Fülle so viel Essig in das Glas, bis alle Schalen vollständig bedeckt sind. Das ist wichtig, damit nichts anfängt zu schimmeln.

3. Glas verschließen

Schraube das Glas zu und stelle es an einen eher kühlen, dunkleren Ort.

4. Ziehen lassen

Jetzt braucht der Ansatz Zeit. Mindestens zwei Wochen solltest du ihm geben. Noch besser sind drei bis vier Wochen.

5. Abseihen

Danach gießt du alles durch ein Sieb ab und fängst die Flüssigkeit auf.

6. Umfüllen

Den fertigen Reiniger füllst du in eine Flasche oder eine Sprühflasche.

7. Verdünnen, wenn du magst

Je nach Anwendung kannst du ihn pur lassen oder mit Wasser verdünnen. Für viele alltägliche Oberflächen reicht eine Mischung eins zu eins völlig aus.

Und das war’s im Grunde schon.

Wie lange muss Orangenreiniger ziehen?

Das ist eine der häufigsten Fragen.

Die kurze Antwort lautet: Nicht zu kurz.

Mindestens zwei Wochen sind sinnvoll. Besser sind eher drei bis vier Wochen. In dieser Zeit zieht der Duft schön in den Essig und der Reiniger wird angenehmer und runder.

Wenn du nach ein paar Tagen ins Glas schaust und denkst, da passiert ja gar nichts, dann lass dich nicht irritieren. Solche einfachen Hausmittel brauchen manchmal einfach ihre Zeit.

Genau das ist vielleicht auch wieder so ein schöner Gegenpol zu allem, was heute immer sofort gehen muss. Man setzt es an, stellt es weg und irgendwann ist es fertig. Ohne Hektik.

Wie riecht ein selbst gemachter Orangenreiniger?

Wirklich angenehm.

Natürlich riechst du den Essig noch etwas, das lässt sich nicht ganz vermeiden. Aber durch die Orangenschalen wird das Ganze viel frischer und angenehmer als purer Essig.

Es riecht fruchtig, sauber und nicht so streng wie viele andere Reiniger. Genau das finde ich daran so schön. Vor allem in der Küche macht das einen riesigen Unterschied.

Und ja, Putzen wird dadurch nicht plötzlich zum Hobby, aber es macht einfach mehr Freude, wenn nicht gleich alles nach scharfem Putzmittel riecht.

Kann man Orangenreiniger in eine Sprühflasche füllen?

Ja, das geht sehr gut.

Wichtig ist nur, dass du die Flüssigkeit wirklich sauber absiebst, damit keine kleinen Schalenteile zurückbleiben. Sonst verstopft dir irgendwann die Sprühflasche.

Wenn du magst, kannst du einen Teil des Reinigers pur aufbewahren und einen Teil verdünnt in eine Sprühflasche füllen. Dann hast du beides griffbereit.

Wie lange ist Orangenreiniger haltbar?

Wenn du sauber gearbeitet hast, hält sich der Reiniger ziemlich gut.

Essig konserviert ja von sich aus schon. Deshalb ist so ein Ansatz meist lange haltbar, wenn die Schalen immer vollständig bedeckt waren und du nach dem Abseihen eine saubere Flasche verwendest.

Lagere ihn am besten kühl und nicht direkt in der Sonne.

Wenn sich Geruch, Farbe oder Aussehen auffällig verändern, dann lieber nicht mehr verwenden. Das merkt man normalerweise recht schnell.

Kann man auch andere Zitrusschalen verwenden?

Ja, das geht.

Du kannst auch Zitronenschalen oder Mandarinenschalen verwenden oder mischen. Zitronen machen den Duft oft frischer, Mandarinen etwas süßer.

Orange ist aber für viele der schönste Klassiker, weil der Duft so rund und angenehm ist.

Warum mögen so viele genau solche einfachen Hausmittel wieder?

Ich glaube, weil sie einen wieder ein bisschen zurückholen.

Nicht alles muss immer kompliziert, teuer oder geschniegelt auf Hochglanz sein. Manches darf einfach praktisch sein. Man schaut, was man daheim hat, und macht etwas draus.

Genau das erinnert mich immer an diese alten Haushalte, in denen vieles selbstverständlich weiterverwendet wurde. Da hat man nicht bei jeder Kleinigkeit etwas Neues gekauft. Man hat gesammelt, ausprobiert und aus Resten oft noch etwas richtig Gutes gemacht.

Und ganz ehrlich, ich finde, das hat etwas Beruhigendes.

Nicht aus Geiz. Sondern weil darin etwas Bodenständiges steckt. Etwas, das wieder näher an den Alltag geht. Manchmal ist das wie eine Meditation, wo du den Alltag ausschalten kannst, weil du so versunken bist, mit dem was du gerade tust.

Typische Fehler beim Ansetzen von Orangenreiniger

Damit dein Ansatz auch wirklich gut wird, hier noch die wichtigsten Punkte:

Die Schalen sind nicht vollständig bedeckt

Dann kann sich Schimmel bilden. Alles muss gut unter dem Essig sein.

Das Glas war nicht sauber

Sauberes Arbeiten ist wichtig, gerade wenn etwas mehrere Wochen steht.

Zu wenig Geduld

Wenn du den Ansatz zu früh abgießt, ist der Duft oft noch nicht intensiv genug.

Falsche Anwendung

Nicht einfach auf jede Oberfläche sprühen. Bei empfindlichen Materialien erst testen.

Zu stark dosiert

Manchmal reicht verdünnt völlig aus. Mehr ist nicht automatisch besser.

Selbst gemachter Orangenreiniger mit Orangenschalen in einer Glasflasche

Grundrezept für Orangenreiniger auf einen Blick

Falls du es kompakt möchtest, hier noch einmal das einfache Rezept.

Zutaten

  • Schalen von 3 bis 5 Orangen
  • ca. 500 ml heller Essig
  • 1 großes Glas
  • 1 Sieb
  • 1 Flasche oder Sprühflasche

Zubereitung

  1. Orangenschalen in ein sauberes Glas geben.
  2. Mit Essig vollständig bedecken.
  3. Glas verschließen.
  4. Zwei bis vier Wochen ziehen lassen.
  5. Flüssigkeit absieben.
  6. In eine Flasche füllen.
  7. Nach Bedarf mit Wasser verdünnen.

Anwendung

  • für glatte Oberflächen
  • für Küchenflächen
  • bei leichten Fettspuren
  • für Mülleimer
  • für abwischbare Bereiche im Haushalt

Ist Reiniger eine gute Alternative zu gekauften Reinigern?

Für viele Alltagsanwendungen ja.

Natürlich gibt es Spezialreiniger, die in bestimmten Bereichen gezielter wirken. Das muss man nicht schönreden. Aber für viele normale Aufgaben im Haushalt ist ein Orangenreiniger eine richtig gute Alternative.

Gerade wenn du gern einfache Lösungen magst, weniger verschiedene Produkte herumstehen haben willst und Freude daran hast, aus etwas Vorhandenem noch etwas Sinnvolles zu machen, dann ist das eine schöne Sache.

Du weißt, was drin ist. Du verwertest die Schalen weiter. Du sparst Geld. Und du hast am Ende etwas, das im Alltag wirklich nützlich ist.

Warum ich diesen Orangenreiniger liebe

Orangenreiniger selber machen ist genau so ein Ding, bei dem man sich hinterher denkt: Warum habe ich das eigentlich nicht früher schon gemacht?

Du brauchst fast nichts dafür, die Herstellung ist einfach und der Nutzen ist im Alltag sofort da. Vor allem aber ist es eine schöne Möglichkeit, Orangenschalen nicht einfach achtlos wegzuwerfen, sondern noch etwas Gutes daraus zu machen.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, der für viele so schön daran ist. Es bringt ein Stück von diesem alten, praktischen Wissen zurück. Nicht kompliziert und vorallem ohne Chemie und Konservierungsstoffe

Früher war es oft ganz normal, aus wenig etwas zu machen. Heute geht so etwas schnell verloren, weil alles fertig zu kaufen ist. Umso schöner finde ich es, wenn man merkt, wie einfach manche Dinge eigentlich sein können.

Wenn du also beim nächsten frischen Orangensaft wieder vor deinen Schalen stehst und denkst, eigentlich wäre es viel zu schade für den Müll, dann weißt du jetzt, was du daraus machen kannst.